Gehen, Bewegung und Gesundheit
Du willst beim Laufen maximale Natürlichkeit in der Bewegung erreichen? Wähle passende Barefoot-Laufschuhe mit Zero Drop. Wir erklären dir die wichtigsten Unterschiede.
Wenn du dir schon einmal Sportschuhe gekauft hast, hast du wahrscheinlich die Begriffe „Drop“ und „Zero Drop“ gehört. Aber weißt du auch, was Drop eigentlich ist? Lass uns die Unterschiede zwischen Sportschuhen und Barefoot-Schuhen anschauen, die Plus- und Minuspunkte abwägen und sehen, wer dieses sportliche Duell gewinnt.

Der Drop ist der Höhenunterschied der Sohle zwischen Ferse und Zehenbereich – der ganze Fuß kommt dadurch in eine bestimmte Schräglage. Am einfachsten stellst du dir das bei klassischen Damen-Pumps vor: Die Ferse ist sichtbar deutlich höher als der Vorderfuß. Die meisten herkömmlichen Schuhe haben einen Drop – früher war das quasi Standard.
Mit der Zeit hat man jedoch festgestellt, dass Drop zu einer Verkürzung der Achillessehne beitragen kann – und zwar nicht nur ein großer, sondern auch ein kleiner Drop bei Sportschuhen. Denn er dämpft Stöße. Genau dafür ist im Körper aber unter anderem die Achillessehne zuständig. Wenn ihr etwas „hilft“ und die Stöße für sie abfängt, wird sie träge – und es kann zur erwähnten Verkürzung kommen.
Das ist aber nicht das einzige Problem, das klassische Schuhe mit Drop mit sich bringen können. Häufig treten Schwierigkeiten mit der Propriozeption auf – also dem Lage- und Bewegungssinn. Dieses gut klingende Wort beschreibt das Gefühl für die eigene Bewegung und Körperhaltung. Sozusagen unser sechster Sinn. Denn der menschliche Körper ist darauf ausgelegt, den Untergrund zu spüren, auf dem er sich bewegt.
Deshalb haben wir Hunderttausende Nervenenden in der Fußsohle. Wenn jedoch eine hohe, stark dämpfende Sohle den Aufprall abfedert, spürt der Körper den Untergrund nicht richtig und sendet ein Signal ans Gehirn. Das kann dazu führen, dass die Füße – um den Untergrund „besser zu fühlen“ – stärker auftreten. Das wiederum kann Probleme mit Knien, Hüfte und dem gesamten Bewegungsapparat begünstigen.
Null Drop (Zero Drop) bedeutet, dass der Schuh keinen Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorderfuß hat. Man könnte sagen: Die Sohle ist gerade. Das heißt aber nicht automatisch, dass es sich um Barefoot-Schuhe handelt – Vorsicht. Auch eine gerade Sohle bei Sportschuhen ist oft relativ hoch und hat eine gewisse Dämpfung, die den Auftritt und die gesamte Bewegung beeinflusst. Damit bleibt sie ein Gegenspieler von Barfußschuhen, die für möglichst natürliche Fußbewegung ohne „Eingriffe“ durch den Schuh stehen – also mit einer möglichst dünnen, flexiblen Sohle.
Zero Drop ist daher nur eine Eigenschaft von Schuhen und sagt nichts über weitere Parameter aus – etwa Form, Platz für die Zehen, Fersensitz und Ähnliches. Barefoot betrachtet Schuh und Gang dagegen ganzheitlich.

In unser sportliches Schuh-Duell mischt sich außerdem noch die sogenannte minimalistische Schuhkategorie ein, die oft mit Barefoot-Schuhen verwechselt wird. Du hast den Begriff noch nie gehört? Dann erzählen wir dir mehr. Während Barefoot-Schuhe meist eine Sohlenstärke von 3–6 mm haben, liegt sie bei minimalistischen Schuhen um 4–7 mm höher. Auch wenn sie weniger Schaumdämpfung als viele andere Sportschuhe haben, werden natürliche Bewegung und Aufprall weiterhin gedämpft.
Minimalistische Schuhe ähneln eher klassischem Schuhwerk und achten nicht auf eine Zehenform mit ausreichend Platz für die natürliche Zehenbewegung. Häufig haben sie einen Drop von 4–8 mm. Das bedeutet: Die Ferse ist gegenüber dem Vorderfuß erhöht, der Fuß kommt in eine Schräglage. Und dass diese Schräglage eine unnatürliche Haltung begünstigt und Fersenaufpralle stärker gedämpft werden – wodurch es nach und nach zur Verkürzung der Achillessehne kommen kann –, das wissen wir bereits.

Die richtigen Sportschuhe zu finden, ist echte Wissenschaft. Der Schuh muss wie angegossen sitzen, er sollte auf unebenem Untergrund Halt geben und den Fuß idealerweise nicht einschränken. Ein Schuh, der drückt – egal ob am großen Zeh, an der Ferse oder am Spann –, ist definitiv die falsche Wahl.
Wichtig ist auch der Untergrund, auf dem du Sport machst oder laufen möchtest. Es ist ein großer Unterschied, ob du auf weichem Waldboden und Wiesen läufst oder auf einem asphaltierten Radweg. Wir setzen auf möglichst natürliche Bewegung in möglichst natürlicher Umgebung – also idealerweise Barefoot und Wald. Gleichzeitig stimmt es, dass der Fuß in der Natur auch mit recht anspruchsvollem Gelände klarkommen muss, was oft herausfordernder ist als Asphalt. Und wir bleiben realistisch: Nicht jede Person hat ein Naturschutzgebiet direkt vor der Haustür.
Harte Untergründe müssen überhaupt kein Problem sein – für sogenannte Asphaltläufer sind sie sogar oft angenehmer. Hier empfehlen wir, am Anfang kürzer zu starten, gern auch nur mit der halben Distanz, die du in klassischen Laufschuhen gewohnt warst. Die Waden und alle anderen 33 Fußmuskeln brauchen etwas Zeit, um sich an die andere Art der Bewegung zu gewöhnen und zu trainieren. Aber das klappt.
Beim Laufen in Barefoot-Schuhen stellt sich der Körper Technik und Haltung ganz natürlich selbst ein (da ist sie wieder: Propriozeption, der sechste Sinn). Denn der Mensch spürt intuitiv, was wehtun würde. Deshalb lässt der Körper den klassischen Lauf-Fehler – das harte Auftreten – eher sein und wird instinktiv zu vorsichtigeren, weicheren Schritten geführt.
Also: Laufen in Barefoot-Schuhen? Ganz klar ja! Und wenn dich das Thema Laufen noch mehr interessiert, schau dir unseren Artikel an: Wie läuft man in Barefoot-Schuhen?.
Naboso Auswahl bewährter Laufschuhe:
Weitere Modelle findest du im Artikel Wie läuft man in Barefoot-Schuhen?

Der menschliche Fuß hat 200.000 Nervenenden. Ja, wirklich – so viele Nullen. Gönnen wir ihm natürliche Bewegung und möglichst viel Kontakt mit dem Untergrund, auf dem wir gehen. Füße und Körper werden es uns danken – und du wirst bald selbst spüren, wie sich dein Gehen und Laufen leichter anfühlt. Für ein noch intensiveres Bewegungserlebnis sowie eine bessere Durchblutung und Funktion der Füße nutze NABOSO sensomotorische Einlegesohlen. Nach dem Training gönn deinen Füßen ein paar Minuten Entspannung mit dem NABOSO Neuro Ball. Deine Füße kannst du außerdem mit Übungen in Form halten – darüber haben wir ausführlicher im Artikel Halte deine Füße fit.
Wer ist der Sieger im heutigen sportlichen Duell? In welchen Schuhen läufst du das nächste Mal los? Entscheide selbst.
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